Hintergrundinformationen
Der Verkauf von Darlehensverträgen durch deutsche Geldhäuser erfolgt in aller Regel zur „Bilanzbereinigung“. Gegenüber ihren Darlehenskunden begründen die Geldhäuser die Verkäufe teilweise mit einer „Neuausrichtung der Bank“.
Ziel der Banken ist es, unerwünschte - weil wenig ertragreiche - Kreditkunden loszuwerden und somit unrentable oder bereits Not leidende Kredite abzustoßen. Nicht zu verwechseln ist der Verkauf der Kredite mit dem bloßen Forderungseinzug, wie er regelmäßig von Inkassounternehmen betrieben wird. Anders als beim Verkauf wird hier die Kreditforderung lediglich an das Inkassounternehmen abgetreten.
Der Verkauf erfolgt dabei nicht im Wege der Übernahme einzelner Kreditverträge, sondern stets „paketweise“. Um die Attraktivität dieser Pakete für Finanzinvestoren zu erhöhen, beinhalten diese nicht nur unrentable sondern stets auch regelmäßig bediente Kredite.
Neue Inhaber der Darlehensforderungen sind meist Private-Equity-Firmen. Marktführer in Deutschland ist dabei laut Spiegel-Online (Stand 31.07.2006) der im U.S.-Bundesstaat Texas ansässige Finanzinvestor „Lone Star“ mit einem Forderungsbestand von über 20 Milliarden Euro aus dem Aufkauf von Kreditverträgen deutscher Banken.
Die übernehmenden Konzerne sind in der Regel weder von ihrer Unternehmensstruktur auf eine mögliche Betreuung der Kreditkunden eingestellt, noch ist ihnen häufig – in Ermangelung einer zur Kreditvergabe in Deutschland erforderlichen Zulassung – offiziell eine Weiterführung des Darlehensvertrags möglich.
Für die neuen Forderungsinhaber steht daher zumeist die Rückzahlung der ausgereichten Darlehensvaluten im Vordergrund, hilfsweise die zügige Verwertung der der Absicherung der Forderung dienenden Sicherheiten.
Anliegend findet sich eine Übersicht zu den in jüngster Zeit erfolgten Kreditverkäufen nebst der darin involvierten Banken und Finanzinvestoren.